Liebe

Von der Liebe und anderen Schmierereien

Amore Street art

Was ist das für ein Gefühl, dich mit einem Verbündeten zu vereinen? Wenn du denkst, einen Verletzten gefunden zu haben, der nicht aufgegeben hat, an die Liebe zu glauben? Wenn dein Herz großzügig drauf los läuft, obwohl es Angst hat?

Das Masterpiece.

Dein Herz findet einen Krieger in den Trümmern der verlassenen Stadt. In der Stadt der Plünderer. In der Stadt, in welcher jeder an sich selbst denkt und die Liebe für sich behält. Als wäre es ein knappes Gut. Ein großzügige Herz, das Liebe versprüht, ist ein Gejägter, denn Sprayer sind Vandalen. Alternative in der Unterzahl. Ziviler Ungehorsam in Liebessphären. Liebe zu versprühen, könnte etwas wunderbares sein. Etwas Großes. Eine Verbindung, die die Liebe wachsen lässt. Eine Verbindung mit gleichen Visionen. Eine Vertrautheit der besonderen Art. Eine Crew mit Mastepiece, deren „Tag“ jede Wand verschönert.

Gleichzeitig schreit dein Verstand, dass Bündnisse Narben bedeuten. Aber ohne Bündnis hat das, an was das Herz glaubt, keinen Sinn. Liebe wird größer, wenn man sie teilt und wenn man sie wachsen lässt. Eine Welt ohne Liebe ist eine Welt voller Krieger. Eine Stadt ohne Graffiti ist grau und einsam. Verlassen und leblos. Herzen so grau, wie die Wände der Plattenbauten.

Die Kunst der Liebe.

Und dann triffst du einen Writer, dessen Tag „Liebe“ versprüht. Erst denkst du, er ist ein „Toy“, denn er crosst alles, was du dir so mühselig erobert hast. Aber er tut es auf eine liebvolle Art. Er finished dein Piece mit einem liebevollen i-Tüpfelchen. Und dann verbündest du dich, weil dein Herz sagt: „Das ist die Kunst zu lieben.“

Das Herz kommt in Frieden.

Der Verstand will fliehen, weil sich dein offenes Herz verletzlich macht. Deine Narben schreien: „Rückzug“, aber das Herz will sich verbünden. Es ist großzügig. Da ist noch Platz für eine Narbe. Ein Krieger weint nicht. Er zieht narbenüberzogen in die Schlacht. Und gleichzeitig läuten die Alarmglocken. Doch du weißt, wenn du dein Schutzschild ziehst, ist das Ende vorherbestimmt, denn du kommst in Frieden. Liebe ist kein Kampf. Liebe ist Waffenstillstand. Liebe ist großzügig. Liebe ist Vertrauen. Liebe ist verletzlich.

Wir taggen an jede Wand.

Und dann ziehst du in Nacht und Nebel mit ihm los uns sprühst „Liebe“ an jede Wand. Er setzt dabei in einer vertrauten Art und Weise seinen i-Punkt über das Wort „Liebe“ und im Morgengrauen bist du dir sicher, dass DIESES TAG niemand crossen wird, weil es einmalig ist. Es hat sich einen Namen gemacht. Es ist groß, wagemutig und einzigartig. Es sticht heraus und hat die Stadt erobert. Es ist etwas Besonderes. Unter allen Tags hat es etwas zauberhaftes, denn es vereinnahmt nicht, es reißt mit.

Der Morgen danach.

Und dann wachst du auf und hast gedacht, du hast mit deiner Kanne die Liebe in der ganzen Stadt versprüht, doch eigentlich hattest Du bei deinem letzten Gassigang mit deinem Hund nur die kalte Kacke eines fremden Hundes in der Hand und „Kacke“ an die grauen Häuserwände geschmiert. Denn das Wort „Liebe“ hat dein Crewmember mit einer anderen versprüht. Ist jetzt alles kacke und die Stadt voller Sprühschiss oder ist das ziviler Love-Ungehorsam ohne Leinenzwang? Im Zweifel darf Liebe alles.

dog graffiti

PEACE.

|Photo by Abi Schreider and Dave Webb on Unsplash

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.