Leben mit Hund

Arthrose beim Hund – Ursachen, Behandlung und Heilung

high five dog

Auf einem Röntgenbild stellte die Tierärztin bei meiner vierjährigen Hündin eine anfängliche Arthrose fest. Für mich brach eine Welt zusammen. Hatte ich der Hündin zu viel zugemutet? Ernährte ich sie falsch oder war es angeboren?

Mich verwunderte die Diagnose, da meine Hündin keinerlei Schmerzanzeichen zeigte. Ich recherchierte im Netz, las Bücher, ging zur Tierchiropraktikern und zur Tierphysiotherapie. Die Diagnose hieß: Was einmal zerstört ist, kann nicht mehr aufgebaut werden, aber stimmt das wirklich?

Ich stieß auf das Buch „Die Arthrose-Lüge“ von Roland Liebscher-Bracht und Dr. med. Petra Bracht. Aus diesem Buch möchte ich die wichtigsten Fakten zusammentragen, die nicht nur für Menschen gelten, sondern sich auch auf die Hunde übertragen lassen. 

Wie funktioniert das Gelenk?

Die Muskeln sorgen für Bewegung und Ernährung des Gelenkes. Durch die Bewegung in eine Richtung wird Druck auf den Knorpel ausgeübt. Dieser kann seine Abfallprodukte abgeben, wodurch ein Gleitfilm entsteht. Durch diesen können die Knorpel fast reibungsfrei übereinander gleiten. Ein normaler Verschleiß wird durch die Regeneration ersetzt. Ein Gelenk, das in alle Richtung bewegt wird, hält ein Leben lang. Vorausgesetzt die Gelenkflüssigkeit besitzt alle nötigen Nährstoffe und keine Schadstoffe. (Liebscher-Bracht und Bracht, S. 48/49)

Hund am Strand

Wie entsteht Arthrose?

Arthrose entsteht, wenn das Gelenk nicht in vollem Radius beansprucht wird und das Knorpelgewebe zum Beispiel durch eine unzureichende oder fehlerhafte Ernährung nicht genügend versorgt wird. Dabei ist das Knorpelgewebe stark von der Versorgung der Faszien abhängig.

Ein Beispiel: Durch Übersäuerung steigt die Spannung in den Muskeln und Faszien. So werden die Knorpel und Bandscheiben durch die hohe Anspannung überbelastet. Dabei verfilzen die Faszien. Das Gelenk wird unbeweglicher. Die Stoffwechselabfälle können nicht mehr abtransportiert werden und stauen sich. Die dagegen ziehende Kraft wird größer. Nun nehmen auch die auf das Gelenk wirkenden Kräfte werden zu, es kommt zu Abreibungen. Die Säuren der ungesunden Ernährung kristallisieren aus, sammeln sich in der Zwischenzellflüssigkeit und verstärken die Arthrosebildung. (Liebscher-Bracht und Bracht, S. 56/57)

Der Schmerz

Der Körper besitzt Rezeptoren, die die wirkenden Kräfte auf die Gelenke messen. Zum Beispiel die Anspannung in Sehnen und Muskulatur. Ist der Abrieb größer als die Regeneration, dann werden Schmerzsignale an die Muskulatur um das Gelenk gesendet. Der Schmerz deutet daraufhin, dass etwas weiter geschädigt wird, wenn es in diesem Ausmaße weiter benutzt wird. Er ist ein Alarmschmerz. Wird das Gelenk nun durch den Schmerz weniger genutzt, entsteht ein Negativkreislauf. (Liebscher-Bracht und Bracht, S. 60/61)

Arthrose muss nicht schmerzen

Wie schon beschrieben, senden die Muskeln und Sehnen eine erhöhte Spannung an das Gehirn, welches den Schmerz in die Muskeln aussendet. Dieser Schmerz ist unabhängig davon, wie hoch der Verschleiß ist oder wieviel Restknorpel noch vorhanden ist. Und jetzt kommt das Spannende: In den meisten Fällen verursachen abgenutzte Knorpel keine Schmerzen. Arthrose-Betroffene können schmerzfrei sein, indem sich Verkürzungen und Spannungen um das Gelenk ausgeglichen haben. Dann sendet das Gehirn auch keinen Schmerz aus. Übrigens ist Arthrose auch nicht altersabhängig. (Liebscher-Bracht und Bracht, S. 62/63/84)

Ursachen für Arthrose
  • Das Gelenk wird nicht in vollem Maße zu nutzen
  • Ernährungsfehler
  • Psychische Ursachen, Z.B. Stress
  • Umfeldeinflüsse, z.B. Strahlung oder chemische Stoffe
Die Ernährung

Welche Nahrung erhöht die Spannung in Muskeln und Faszien?

  • Tierische Eiweiße, Milchprodukte und Fleisch
  • Weizen
  • Zucker: Faszien karamellisieren durch Zucker und es macht sie spröde
  • Stress: Die Faszien werden überaktiv
  • Industrielle Verarbeitung durch Kochen oder Mikrowelle
  • Zusatzstoffe: Konservierungs- / Farb- / Geschmacksstoffe, Düngemittel, Pestizide
Entzündungen heilen Arthrose

Bei Entzündungen entzündet sich die Gelenkhaut, um alle Reparaturmaterialien zur Verfügung zu stellen. Wird dieser Prozess z. B. durch Medikamente unterbrochen, kann die Arthrose nicht heilen. (Liebscher-Bracht und Bracht, S. 74)

Therapien, die der Heilung von Arthrose entgegenwirken
  • Medikamentöse Schmerzunterdrückung
  • Entzündungshemmende Hormone
  • Operationen
  • Künstliche Gelenke
Arthrose entgegenwirken

Die Arthrose kann reduziert werden, indem die Spannung aus dem Gelenk genommen wird. So bekommt der Knorpel wieder Nährstoffe und Abfallstoffe werden abtransportiert. 

Kann sich Knorpel wieder aufbauen?

Ja, denn fast alles kann sich in unserem Körper regenerieren. Eine Studie aus den Niederlanden kommt zu folgenden Ergebnissen: Sie entlasteten mit Kniekonstruktionen den Knorpel und zogen das Kniegelenk 5 Millimeter auseinander. Durch diese Entlastung konnte sich neuer Knorpel bilden. 

Knorpel regeneriert sich durch Stammzellen und zerstörtem Knorpelmaterial. (Liebscher-Bracht und Bracht, S. 121)

Behandlung – wie kann Arthrose am besten heilen?

Arthrose heilt ganzheitlich durch eine gesunde Ernährung, Vitalstoffe, die den Knorpel aufbauen, Entspannung und Ruhephasen und Bewegungen, die den vollen Radius des Gelenkes nutzen. 

Ernährung für den Hund

Wenn dein Hund Arthrose hat, solltest du den Fleischanteil des Futters senken und auf Milchprodukte verzichten. Diese Produkte übersäuern den Körper zu stark

Eine gesunde Ernährung sollte zu einem großenTeil aus frischen pflanzlichen Lebensmitteln bestehen. Obst und Gemüse solltest Du für den Hund immer pürieren oder leicht kochen

Für Hunde eignen sich am besten:

  • Karotten, Kartoffeln, Sellerie, Brokkoli, Salate, Zucchini, Kürbis, Gurke, Spinat
  • Knoblauch in sehr geringen Mengen
  • Brennnessel, getrocknet oder gekocht
  • Teufelskralle, Ingwerwurzel, Hagebuttenfrüchte, Kurkuma, Borretsch, Schachtelhalm (am besten auf ein Präparat zurückgreifen, zum Beispiel Dr. WEYRAUCH für Hunde)
  • Salate
  • Löwenzahn
  • Haferflocken
  • Apfel, Birne, Ananas, Beeren

Vitalstoffe für den Hund

  • Glucosamin
  • MSM
  • Hyaluronsäure
  • Vitamin C

Diese gibt es als Fertigpräparat für Hunde

Ruhe und Entspannung

Dein Hund muss sich entspannen dürfen. Das Wichtigste bei einem sehr lernbereiten Hund sind die Entspannungsphasen. Kommt dein Hund nicht in die Entspannung, solltest Du ihm ein Kommando, wie „Decke“ beibringen. 

dog sleeping
Aufwärmphase und Cool-Down

Das wohl meist unterschätzte Werkzeug, um Schädigungen an deinem Hund vorzubeugen, sind die Aufwärmphasen und Cool-Down-Phasen. Egal, ob dein Hund für Olympia trainiert, am Fahrrad mitläuft oder mit dir eine Runde in den Park geht, um dem Ball hinterherwetzt. DEIN HUND MUSS AUFGEWÄRMT WERDEN!

Dabei sollte dein Hund nicht direkt aus dem Kalten lossprinten, sondern zwischen traben und gehen wechseln. So wird das Gelenk mit Gelenkflüssigkeit versorgt und es entstehen keine Schädigungen. Generell sollte dein Hund aber auch keine heftigen Wendungen oder abrupte Stopps einlegen. Das Ballspielen sollte eher dem Schwimmen oder dem Schnüffelspiel weichen. Jede abrupte Bremsung ist eine Stauchung der Gelenke.

Bist du mit dem Training fertig, gehe mit deinem Hund eine gemütliche Runde, lass ihn zur Ruhe kommen, er sollte sich nicht völlig abgekämpft ins Körbchen fallen lassen.

Physiotherapie

Physiotherapeuten können den gesamten Bewegungsapparat deines Hundes wieder mobilisieren. So werden die Muskeln gedehnt und Knorpelmasse kann allmählich wieder aufgebaut werden. Schau mal in deiner Nähe nach Tierphysiotherapeuten, diese sind auch nicht so teuer, wie ich erwartet habe.

Massage und Faszienmassage

Ich lese oft, dass man Massagen bei Hunden einer Fachfrau überlassen soll. Ja, vielleicht, ich gebe meinem Hund auf jeden Fall diese Massagen. Ich presse nicht auf den Knochen herum und arbeite weniger mit Druck. Meine Hündin liebt sie und ihre Therapeutin hat die Massagen abgesegnet. Frag mal ganz nett nach.

Faszienmassagen versorgen diese mit neuer Flüssigkeit und transportieren Abfälle ab. Gleichzeitig wirkt die Massage entspannend auf die Muskeln und das Bindegewebe. Die Spannung baut sich ab und damit auch die Zugkräfte

Dehnübungen

Hat dein Hund Arthrose in der Hüfte, dann sollte er Übungen und Tricks einstudieren, bei welchen er sich vorbeugen, durch die Beine schauen muss und sich auf zwei Beine stellt. 

Hat dein Hund Arthrose in der Halswirbelsäule, solltest du ihm die Leckerchen seitlich der Rippen halten, sodass dein Hund über die Schulter schauen muss, um das Leckerchen zu erwischen. Er sollte dabei möglichst gerade stehen bleiben.

Peacefaktor:

Ich hoffe meine kleine Zusammenfassung konnte dir Hoffnung geben und ein paar Kniffe vermitteln. Knorpel kann mit ein paar Umstellungen und etwas Disziplin aufgebaut werden. Head up!

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