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Alkohol- Den Schmerz ertränken

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Ich bin in meinem Leben fast zweimal ertrunken. Einmal als Kind in einem Fluss. Das zweite Mal hätte mich in meinen 20ern eines Nachts fast der Alkohol ertränkt. Seitdem spielt der Alkohol in meinem Leben keine Rolle mehr. Aber was hat den Alkohol so interessant gemacht?

Der Alkohol hat mich entspannt 

Ich konnte richtig gut meinen Kopf abstellen, der mich rund um die Uhr genervt hat. Sowieso hatte gefühlt jeder stets und ständig an mir gezerrt und so musste ich ein Bild von mir präsentieren, das mir zutiefst zuwider war. Meine Antennen hatten dann Pause, die Reize wurden weniger, ich nannte jeden Rausch meinen kleinen Urlaub. 

Für mich selbst war ich besoffen locker und lässig

Da der Rausch für mich ein Urlaubsfeeling hatte, musste ich diese Wirkung doch auch auf andere gehabt haben. Das dachte ich jedenfalls. Mittlerweile denke ich, wenn du selber nicht nur mit Alkis abhängst, kann ein besoffener Zustand für andere echt anstrengend sein. Leicht angeschwipst war das vielleicht noch ganz witzig, aber ich wollte dieses Gefühl steigern. Und damit steigerte ich auch die Abgefucktheit. Ich trank ohne Grenzen, Filmrisse und Grenzerfahrungen inklusive. 

Wo ist der Swag?

Früher spürte ich eine Energie in mir. Ich wußte, wenn ich ganz fest an etwas glaube, dann schaffe und bekomme ich das. Ich war richtig beflügelt, denn ich musste fast nichts dafür tun, außer fest an etwas zu glauben. Ich empfand dieses Mindset als Trick, heute würde ich es Resonanz nennen. Über die Jahre mit dem Alkohol als meinen Begleiter verschwand diese Energie. Auch wenn ich noch fest an diesen Trick glauben wollte, er hat nicht mehr funktioniert. Ganz im Gegenteil: Die Resonanz des Alkohols zog mich in eine Abwärtsspirale. 

Wie ist das heute?

Ich denke heute viel über diese Zeit nach. Manchmal frage ich mich, warum ich diese Erfahrung machen sollte. Denke ich an bestimmte besoffene Situationen, dann wird mir übel und ich kriege Panik. Ich merke, wie mein Kopf diese Gedanken wegschieben will. Ich möchte diese Zeit nie wieder durchmachen. Und das ist das verrückte: Damals wollte ich zum Verrecken nicht nüchtern sein und heute macht mir diese Zeit Übelkeit und Schweißausbrüche. Ich versuche diese Gedanken an frühere Situationen dennoch zuzulassen und komme immer wieder zu einem Ergebnis.

Ich hätte mir so einige schmerzhafte Erlebnisse sparen können, wäre ich nicht so oft viel zu besoffen gewesen. Dabei habe ich nur aus einem Grund getrunken: Den Schmerz für einen Moment zu vergessen!

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