Liebe

Die Ökonomie der Liebe

the capitalism of love

Warum schon wieder ein Text über die L.O.V.E? Weil die reine Form der Liebe der Schlüssel zur Heilung der ganzen Abgefucktheit ist.

Wie Geister rennen wir durch die Strassen, wischen uns die Daumen blutig oder streiten uns, weil einer den anderen weniger liebt. Wir sind nie zufrieden. Entweder haben wir keinen zum Lieben und wünschen uns einen oder wir haben jemanden, der uns tierisch auf die Eier geht. Wir suchen immer das, was wir gerade nicht haben. Haben wir Beziehungsprobleme?

Auch ich hörte mich innerlich oft sagen: „Ich bin beziehungsgestört!“ Aber das stimmt nicht. Ich führe intakte Beziehungen zu meiner Familie, zu langjährigen Freunden und bin eine fürsorgliche Hundemudda. Ich lerne neue Menschen kennen und kann Beziehungen eingehen, aufrechterhalten und pflegen. Warum nennen wir uns dann beziehungsgestört? Weil wir in Sachen LIEBE den falschen Raum betreten haben.

Die Ökonomie.

Liebe ist kein Austauschverhältnis oder eine Erwartungshaltung. Wenn mein Partner dies und das für mich tut, dann kann ich ihn lieben. Wir können erst jemanden lieben, wenn die Bezahlung stimmt oder die gelieferte Ware astrein ist. Welcome To The Capitalism Of Love.

Was ist, wenn wir diese kapitalistische Box in Sachen Liebe einmal verlassen? Kriegen wir das hin? Wenn wir in einen Vertrauensvorschuss gehen, ohne eine Rechnungen aufzumachen?

Unser gesamtes System funktioniert über ein Geben und Nehmen, daher fällt es uns schwer, dieses Konzept in Liebesdingen nicht anzuwenden. Überall werden wir bewertet, daher bewerten wir auch die Liebe. Wir geben, nehmen und treten in eine Erwartungshaltung.

Heißt Liebe immer Beziehung?

Liebe projizieren wir auf jemanden. Wir treten in Beziehung, um Liebe zu erzeugen. Wir machen Liebe. Zu zweit, zu dritt… Daraus resultiert, ich kann das Liebesgefühl immer nur in Abhängigkeit zu anderen erzeugen. Denke ich an jemanden, spüre ich Liebe. Und das ist verdammt nochmal Bullshit!!!

Wenn wir diese Box nicht endlich verlassen, wird die Liebe sich nur noch von hinten grüßen lassen. Denn Herzenswärme heißt Beziehung, aber Beziehung zu sich selbst. Liebe zeigt sich nur durch Selbstliebe in der reinen Form, alle anderen Formen sind egoistisch, neurotisch, abhängig und kapitalistisch.

Was ist Liebe?

Liebe ist keine sexuelle Anziehungskraft, keine Zuneigung mit Erwartung und Ansprüchen, kein Ehevertrag, kein Liebesbeweis. Liebe entsteht nur in einem selbst und nicht in Beziehungen zu anderen. Sind wir liebeshungrig, dann haben wir wenig Selbstliebe. Wir suchen im Außen jemanden, der diesen Durst stillt. Der einem Liebe schenkt. Aber sie kann nicht geschenkt werden, denn sie kann nicht von einem Körper in den anderen wandern. Man kann sie selbst produzieren und in den Raum abgeben. Dadurch kann man andere einladen, ebenfalls Liebe zu empfinden und sie in den Raum zu geben. Wir können uns mit der Empfindung von Liebe anstecken lassen, indem wir gleich schwingen, aber sie niemals austauschen.

Liebe heißt Selbstliebe.

Wenn Liebe nicht in Beziehungen zueinander stattfindet, wo dann? Sie fängt bei uns an. Sie fängt dort an, wo wir aufhören, uns zu bewerten, uns klein zu machen für Dinge, die wir nicht geschafft haben.

Selbstliebe heißt nicht, egoistisch durch die Welt zu gehen und alle eigenen Bedürfnisse zu stillen. Ohne Rücksicht auf Verlust ist keine Selbstliebe. Es ist vielmehr eine Fürsorge für sich und die Bedürfnisse, ohne jemanden zu betteln, diese zu erfüllen. Wir sind verdammt nochmal erwachsen und können das selbst in die Hand nehmen. Unsere inneren Kinder sollten das langsam mal kapiert haben. Wir sind jetzt groß und Mama und Papa brauchen selber bald Windeln. Wir sind nicht mehr die abhänigigen Kinder, die um Aufmerksamkeit schreien müssen, bis sich jemand um uns kümmert. Wir dürfen zu uns selbst gut sein und tolle Gefühle zu UNS entwickeln. Das ist Liebe.

Was können wir unseren inneren Kindern auf den Weg geben?

Wir erfahren genau dann Liebe, wenn wir dieses Gefühl in uns erzeugen. Zu uns selbst. Und zu anderen, ohne Erwartungen. Wir können Liebe empfinden, wenn wir Tiere streicheln, ohne zu erwarten, dass sie uns einen Cappuccino bringen. Wir sind dann in Liebe, wenn wir nicht warten, dass uns jemand Liebe schenkt. Denn wir erzeugen das Feld der Liebesgefühle, in welchem wir uns bewegen. Wie ein Radiosender strahlt unser Herz die Liebesfrequenz aus. Und dort, wo wir sind, ist Liebe.

Was heißt das für unsere Beziehungen?

Wir sind NICHT beziehungsgestört. Wir suchen nach der Liebe in zwischenmenschlichen Beziehungen, die wir dort niemals finden werden. Deshalb sind wir gefrustet, traurig und fühlen uns allein. Es ist keine Suche nach der Nadel im Heuhaufen, weil die Nadel nicht im Heu steckt, sondern in unserem Herzen. Wir müssen sie finden und ziehen, damit die Liebe fließen kann. Von uns heraus in den zwischnmenschlichen Raum. Denn wir selbst sind Liebe, weil wir sind wie wir sind und nicht, weil wir gut aussehen, Abitur haben, dicke Autos fahren und geile Männer oder Frauen aufreißen können.

Liebe entsteht in uns, wenn wir uns selbst anfangen zu lieben, nackt und ohne Skills. Wie wir das anstellen, ist die große Aufgaben, die es zu erfüllen gilt. Erst dann kann Liebe in den Raum fließen. PEACE!

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