DepressionHormone

PCO-Syndrom und Depression

belly of a woman

In meiner depressiven Phase vor meinem Burnout, hatte ich seit etlichen Monaten keine Periode. Ich ging zum Frauenarzt. Nach einer Blutuntersuchung stellte man fest, mein Hormonhaushalt ist im Ungleichgewicht. Ich habe zu viel Androstendion im Körper. Die Ärzte diagnostizierten ein  PCO-Syndrom.

Das PCO-Syndrom

Das PCO-Syndrom, Polyzystisches Ovar-Syndrom, heißt übersetzt etwa: viele-Eier-im-Eierstock-Syndrom. Es entsteht, da die Eier durch die ausbleibende Periode in den Eierstöcken verblieben sind, und nicht, wie gewöhnlich, aufplatzen und eine Eizelle springen lassen. Diese Eier, oder Zysten, bilden vermehrt Androgene, wie das Androstendion.

PCO-Syndrom mit der Pille bekämpfen? Nein Danke!

Mein PCO wollten die konsultierten Frauenärzte durch die Reihe mit der Antibaby-Pille heilen. Die Pille nahm ich zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr. Sie schadet der Schilddrüse, weil sie Hormone beinhaltet, die wiederum eine Schilddrüsenunterfunktion auslösen  und generell sehr viele Nebenwirkungen besitzt. Im Blog Generation Pille findest du dazu einen sehr schönen Artikel. Damit wäre der Kreislauf perfekt. Ich fühlte mich in der Tablettenfalle. Lass die Pille weg, dann brauchst Du das Doppelte an Schilddrüsenhormon. Verdopplung an Schilddrüsenhormon brachte innerliche Unruhe, Stress im Körper und eine Schilddrüsenüberfunktion.

Das einzig Positive, neben körperlicher Behaarung an eher männlichen Behaarungsstellen und depressiver Stimmung, war die Tatsache, dass ich beim Sport unglaublich schnell wachsende Muskeln hatte. Ja, ich machte trotz Depression Sport, und nein, ich war nicht übergewichtig. Denn meistens ist das PCO-Syndrom eine Folge von Übergewicht. In einigen Fällen kann auch eine Insulinresistenz oder eine Schilddrüsenerkrankung daran schuld sein. Also ging ich zum Endokrinologen und machte weitere Tests.

Der Ärztemarathon

Der Endokrino konnte erhöhte Insulin- und Prolaktinwerte feststellen. In der Tat merkte ich das erhöhte Insulin. Und zwar, wenn ich etwas aß. Mein Kreislauf kämpfte nach dem Essen und ich empfand eine regelrechte Fressnarkose. Zusätzlich hatte ich in dieser Zeit ständig Durst. Ich trank und trank und trank und trank. Diesen unstillbaren Durst kannte ich sonst nur von Diabetespatienten. Auf der Arbeit machten wir uns schon über meine „DIABETES“ lustig. Dies konnte der Endokrino-Doc aber ausschließen.

Die hohen Prolaktinwerte machten sich durch extrem spannende Brüste bemerkbar. Natürlich hatte ich die auch ohne Prolaktin 😉 Lustig war das zu dem Zeitpunkt allerdings nicht. Ich fühlte mich wie ein Transformer. Nur ohne Gage und ohne Rolle. Wenn es ein Film war, dann ein Horrorfilm.

Und wieder war der Kreislauf perfekt. Die zurückgebliebenen Eier erhöhten das Androstendion und das Prolaktin verhinderte die normale Funktionsfähigkeit der Eierstöcke.

Die Ärztin ohne Rat

Ich erinnere mich an eine Situation. Ich lag mit meinen dicken Beinen voller Wassereinlagerungen, die ich von meinem unausgeglichenen Hormonhaushalt bekam, im Blutabnahmeraum des Endokrinologen. Bei manchen Bluttests darf man sich bis zur nächsten Messung nur wenig bewegen. Neben mir eine Frau, circa 40 Jahre alt. Mit ihr machte man die gleichen Tests. Wir kamen ins Gespräch. Ich fragte sie, warum sie dort sei und was sie hatte. By the way fragte ich das jeden Patienten meines Ärztemarathons, um auf irgendeine Krankheitsspur zu kommen. Bis dahin hatte man nämlich keine Ahnung, was in meinem Körper vorging und schickte mich von Spezialisten zu Spezialisten.

Nachdem ich sie fragte, was sie habe, fing sie an zu weinen und sagte, sie wüßte es nicht. Sie würde es ganz sicher spüren, dass mit ihr etwas nicht stimmt und schilderte mir, IHRE Geschichte, die 1:1 MEINE Geschichte war. Sie sagte: „Die wollen mir einreden, ich hätte zu viel Stress und ich solle mal abschalten. Mein Kopf würde diese Dinge in meinem Körper auslösen.“ Sie war Ärztin und wusste nicht, was in ihrem Körper vor sich ging. Sie wollte den Ärzten nicht glauben.

Diagnose: Stress

Meine Geschichte endete wie ihre. Der Spezialist teilte mir mit, ich habe stressbedingte erhöhte Hormonwerte. Lustigerweise war ich zu diesem Zeitpunkt schon 3 Monate krankgeschrieben und Zuhause und wollte das nicht wahr haben. Ich hatte keinen Stress. Ich war ZUHAUSE. Wie konnte der mir erzählen, dass ich Stress habe? Mich machte das sauer. Ich wollte das nicht auf mir sitzen lassen. Ich ging zum nächsten Arzt. Gleiche Diagnose. „Sie haben Stress!“ „Der Kopf kann einiges im Körper auslösen“, hörte ich es immer und immer wieder.

Kein Arzt konnte mir helfen. Ich wollte doch nur eine Krankheit, die handfest ist. Ich wollte etwas in der Hand halten, um den anderen Menschen sagen zu können: „Hier, schaut, ich habe dies und das.“ Ich habe nichts am Kopf, ich habe einen Arm gebrochen. Eine Krankheit, die man sehen konnte. Beweise! Vor allem wollte ich eine Krankheit, die in der Gesellschaft angekommen ist und nicht so verpönt ist, wie eine Depression oder ein Burnout. Ich verlor das Vertrauen in Ärzte, denn ich wusste, mit mir stimmt irgendetwas nicht. Ich spürte es, wie die Patientin aus dem Blutlabor.

Vor allem wollte ich eine Krankheit, die in der Gesellschaft angekommen ist und nicht so verpöhnt ist, wie eine Depression oder ein Burnout.

MEIN AUSWEG

Ich tat etwas, dass ich auf keinen Fall empfehle, nachzuahmen. Ich machte ein Selbstexperiment. Es war ein Weg der Verzweiflung. Ich dokterte an mir selbst herum, denn ich hatte nichts zu verlieren. Mir ging es sowieso dreckig.

Die Pille zu nehmen, war für mich keine Lösung. Also schraubte ich langsam und allmählich meine Schilddrüsenmedikamente hoch. Dieser Weg hatte zwar den bitteren Beigeschmack einer Schilddrüsenüberfunktion, aber half mir akut dabei, meinen Hormonhaushalt zu regulieren. Wenn auch auf künstlichem Wege. Und siehe da, meine Periode kam wieder.

Gleichzeitig änderte ich meine Ernährung und reduzierte alle Nahrungsmittel, die meinen Insulinspiegel zum Tanzen brachten. Ich nahm Mönchspfeffer gegen den hohen Prolaktinwert und trank Frauenmanteltee gegen das PCO-Syndrom. Ich wurde zu einer PCO-Kräuterhexe.

Nach ca. vier Monaten regelmäßiger Periode fing ich an, meine Schilddrüsentabletten auszuschleichen. Ich dosierte sehr, sehr langsam herunter und sobald ich eine kleine Änderung oder Verschlechterung bemerkte, nahm ich die vorherige, etwas höhere Dosis. Dies erfordert sehr viel Achtsamkeit und ist ein langsamer Prozess. Ich unterstütze meine Schilddrüse mit Ölen, Jod, Reiki und Meditationsübungen.

Der Peace-Faktor:

Heute bin ich frei von jeder Art Tabletten. Ich nehme weder Schilddrüsentabletten noch sonstige Hormonsupplements. Meine Periode ist mittlerweile zuverlässig, schmerzt aber noch sehr in den ersten Tagen. Mein PCO hat sich sozusagen in PMS-Schmerzen verwandelt. Das ist zwar noch kein Happy End, aber ich bin auf einem guten Weg. Gegen die prämenstruellen Schmerzen habe ich eine Tee-Mischung und gönne mir vor allem Ruhe in Verbindung mit Atemübungen und Wärme.  Es ist super wirksam und ein echter Fortschritt.

 

Tags:

2 comments

  1. […] der Gürtellinie. Es begleitet mich jetzt schon einige Zeit. Wir fighten Seite an Seite im Kampf um PCO und PMS. Daher habe ich meine Freundin Frauenmantel aka.Wonder Woman und ihre Wunderwaffen einmal […]

  2. […] gewisse Zeit erhöhte Prolaktinwert hat ein Polyzystisches Ovar-Syndrom (PCO) ausgelöst. Im Post PCO-Syndrom und Depression kannst du mehr zu dem Thema […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.